FNB Stadium – Johannesburg (SA)

FNB Stadium – Johannesburg (SA)

Eine absolute Weltpremiere war die FIFA WM 2010: zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent, zum ersten Mal in Südafrika. Sowieso schon das Sportereignis des Jahres, stand das Turnier natürlich noch mal unter besonderer Beobachtung. Eröffnung und Finale brauchten daher eine ganz besondere Kulisse. Gestatten: das neue FNB Stadium oder auch „Soccer City“.

 

Afrika auf dem Prüfstand: In Johannesburg und acht anderen Städten sollte sich nicht nur das Gastland, sondern der ganze fußballverrückte Kontinent als würdiger Ausrichter vor der Weltöffentlichkeit bewähren. Vor allem die Eröffnungsfeier und das Finale sind die Publikumsmagneten, die von Abermillionen Menschen gesehen werden. So wurde also viel investiert, entwickelt und gebaut, um eine besondere Kulisse im Süden von Johannesburg zu schaffen. Das auch „Soccer City“ genannte FNB Stadium, eröffnet 1989, war schon damals riesig. Nach dem Umbau und der Erweiterung durch HBM Stadien- und Sportstättenbau ist es mit fast 94.000 Sitzplätzen das größte Stadion Afrikas. Ist die volle Kapazität nicht vonnöten, lässt es sich ganz einfach durch Abtrennung von einzelnen Bereichen in eine bedarfsgerechte kleinere Fußballarena verwandeln. 117 Logen, exquisite Restaurants, ein modernes Sendezentrum und ein attraktives Museum des südafrikanischen Fußballs machen „Soccer City“ zu einem Weltklassestadion. Bislang ein offener Bau, sind seine Ränge vollständig überdacht und von einer Außenhaut eingefasst, die in ihrer Form an das traditionelle afrikanische Trinkgefäß, die Kalebasse, erinnert. Der Bau vor den Toren der Millionenmetropole symbolisiert so Tradition und Zukunft gleichermaßen. Nelson Mandela hielt hier die erste Rede nach seiner Freilassung, die Trauerfeier für den Widerstandskämpfer Chris Hani fand ebenfalls hier statt. Ein wichtiger Ort für die Südafrikaner also. Das FNB-Stadium ist die Fußballheimat des ganzen Landes, der Austragungsort der berühmtesten Lokalderbys zwischen den Orlando Pirates und den Kaizer Chiefs und der Lieblingsspielort von Bafana Bafana – wie die Nationalmannschaft von Südafrika auch genannt wird. Dass die beteiligten Unternehmen wo immer möglich Arbeiter aus der umgebenden Vorstadt Nasrec und den South Western Townships – besser als Soweto bekannt – ausbildeten und einsetzten und damit über 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen konnten, ist der willkommene Nebeneffekt eines Bauprojekts, das mit der FIFA WM 2010 in Blickpunkt der ganzen Welt gekommen ist.