DKB-Arena – Rostock

Mit der Wende kam die Bundesliga. Und plötzlich musste Hansa Rostock fast alleine die ostdeutsche Fußballehre verteidigen. Dafür reichte das alte Ostseestadion nicht aus – mehr Sitzplätze, mehr Komfort, mehr Fußball waren gefragt. „Das Runde muss in das Eckige“ hieß es, und aus dem alten Runden wurde ein neues Eckiges – die heutige DKB-Arena.
In nur 16 Monaten ließ HBM die modernste Veranstaltungsstätte Mecklenburg-Vorpommerns rund um die traditionsreiche alte Arena wachsen. Und das bei laufendem Spielbetrieb. Immer eine Tribüne nach der anderen wurde ersetzt, rund 16.000 Zuschauer fanden auch während der Bauarbeiten noch Platz. Heute bietet das Ostseestadion insgesamt 30.000 Plätze, alle auf prominenter Höhe. Fast unmittelbar am Rand des Spielfelds beginnt der Tribünenbereich mit einer Höhe von über zwei Metern. Das alte Mehrzweck-Stadion ist zu einer reinrassigen Fußballarena geworden. Optimale Sicht für die Fans, die beinahe auf Tuchfühlung mit den Spielern gehen können, und optimale Bedingungen für die Sponsoren, die mit den nun mannshohen Banden über mehr Werbefläche verfügen. Rund 20 Prozent mehr Werbeeinnahmen kann Hansa dank des Umbaus verbuchen. Nach FIFA- und UEFA-Regeln darf es bei internationalen Begegnungen keine Stehplätze geben. Deshalb lassen sich 10.000 Stehplätze im neuen Ostseestadion mit 5.000 Sitzen ausrüsten. Somit konnten im März 2002 auch 25.000 Fußballbegeisterte das WM-Testspiel Deutschland – USA in Rostock erleben – das erste Länderspiel an der Ostsee seit über 20 Jahren. Apropos Sitze: Noch bequemer sitzt es sich natürlich auf einem der 980 Business-Seats oder sogar in einer der 24 exklusiven VIP-Logen. Und wer sich die Beine vertreten möchte, kann dies tun, ohne sich der manchmal rauen Witterung auszusetzen: Eine 7.000 m2 große Promenade umspannt das Stadion, 18 Kioske und fünf Fanartikelstände versorgen Rostocker und Gäste mit allem, was zum Fußballerlebnis dazugehört: Bratwurst, Bier und Devotionalien. Auch den Spielern wird höchstes Niveau geboten. Vier Großraumkabinen, eine Physiotherapie-Abteilung und ein Kraftraum mit 26 Trainingsmaschinen gehören genauso zur Ausstattung wie ein Wellness-Bereich und Ruheräume für die erschöpften Hansa- Gladiatoren. Rund 30 Millionen Euro kostete der Umbau vom Runden zum Eckigen. Das Ergebnis nennen die Betreiber eine „Synthese aus regionalen Aspekten, zeitgemäßer Technik und erhaltenswerter Tradition“. Letztere würdigt Horst Klinkmann, Aufsichtsratsvorsitzender des F.C. Hansa: „Tausende freiwilliger Helfer haben 1954 das alte Ostseestadion erbaut und damit den Grundstein für die jetzige Arena gelegt.“ An die Aufbauleistung der Rostocker und die alten Zeiten im runden Stadion erinnert nun eine Marmortafel auf dem Stadionvorplatz – allerdings ist auch die eckig.