AWD-Arena – Hannover

AWD-Arena – Hannover

Die WM unter Dach und Fach – im wahrsten Wortsinn. Für das FIFA-Turnier 2006 bekam das alte Niedersachsenstadion von Hannover 96 eine Komplettüberholung. Unter dem spektakulären neuen Dach steht nun eine moderne Arena, die an den Glanz früherer Zeiten anknüpft. Denn bis Ende der 80er Jahre wurde das 96er-Stadion als das zweitbeste von ganz Deutschland gehandelt.
Vielleicht ist es das heute auch ...


Sollte jemals die Begriffskombination „elegant und doch naturverbunden“ für die Beschreibung von Fußballstadien in Mode kommen – auf die AWD-Arena träfe sie zu. Das ehemalige Niedersachsenstadion schmiegt sich regelrecht in die Landschaft. Entlang der Westtribüne bindet ein aufgeschütteter Erdwall das Bauwerk in die Auenlandschaft ein; nach Osten hin, wo der im Winter gefrorene Maschsee liegt, verjüngt sich die schlanke Silhouette. Dort liegt der Tribünenrand viel tiefer und symbolisiert Offenheit und Harmonie mit der Natur.
Am 25. Februar 2003 begannen mit dem Abriss der Nordtribüne die Arbeiten zum Umbau des ehrwürdigen Stadions von Hannover 96. Die Grundsubstanz des alten Stadions blieb dabei erhalten. Erst wurde das Spielfeld bis an die Westtribüne vorgezogen, dann rückten die anderen Tribünen in weiteren Bauphasen nach. Laufbahnen gibt es hier nun nicht mehr, die Zuschauer sind hautnah ins Spielgeschehen eingebunden. Eine reine Fußball- und Event-Arena steht nun am Maschsee, mit insgesamt 49.100 Plätzen inklusive 29 VIP-Logen und 1.241 Business-Seats. Krönung und Blickfang des 61-Millionen-Euro-Projekts ist das Dach, eine gespannte Speichenkonstruktion. Ähnlich wie eine verformte Fahrradfelge, in die ein zweiter Innenring eingelagert ist, erstreckt sie sich, von Stahlseilen gehalten, über das asymmetrische Rund des Stadions. Insgesamt hat die Konstruktion eine doppelt so große Fläche wie die alten Überdachungen, belastet die Fundamente jedoch keinen Deut mehr. Eine Vorgabe an den Entwurf der Architekten von Schulitz & Partner. Komplett neu errichtet wurde die Osttribüne mit Hannover VIP-Lounge, modernem Pressezentrum und Mannschaftsräumen. Eine lohnende Anstrengung: „Es gibt durch den Umbau nur Gewinner: das Land, die Stadt, die Region, die Fans und natürlich den Verein. Hannover hat eine hochmoderne Fußballarena“, sagt Martin Kind, Präsident der 96er. Darauf kann er stolz sein. Die FIFA pflichtete ihm ganz offenbar bei. Denn zur WM 2006 bekam die Arena – die für die Zeit der Weltmeisterschaft ihren Namen allerdings in „FIFA WM-Stadion Hannover“ ändern musste – gleich fünf Spiele zugesprochen. Vier Gruppenspiele und der Viertelfinal-Kracher Spanien gegen Frankreich (1:3) fanden hier statt. Damit wurde eine alte WM-Tradition in Hannover nicht nur fortgesetzt, sondern übertroffen: Während der WM 1974 gab es „nur“ vier Spiele in Niedersachsens Hauptstadt. Schmeichelhaft, nicht nur für die Region, sondern auch für die Erbauer des neuen Stadions.